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Aufbau des KJPD


Der KJPD (Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst) besteht aus ambulanten, halbstationären und stationären Einrichtungen. Zu den ambulanten Institutionen gehören die Poliklinik im ZKJP (Zentrum für Kinder und Jugendpsychiatrie) in Zürich sowie die Regionalstellen in Bülach, Dietikon, Horgen, Uster, Wetzikon und Winterthur mit jeweiligen Sprechstunden an weiteren Orten. Die halbstationären Einheiten bestehen aus der Tagesklinik für Kinder und der Tagesklinik für Jugendliche im ZKJP. Die stationären Einheiten umfassen die beiden Stationen für Jugendliche im ZKJP und die Kantonale Kinderstation Brüschhalde. Ferner ist die auschliesslich der Lehre für die Phil.I-Fakultät verpflichtete Abteilung für Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters administrativ mit dem KJPD verbunden.


Das Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie ist für den akademischen Bereich der Bildungsdirektion und als Klinik der Gesundheitsdirektion unterstellt.


Die Direktion gewährleistet eine sinnvolle Zusammenarbeit unter den einzelnen Institutionen. Sie regelt u.a. die Überweisung von Patienten und den Austausch von Mitarbeitern, insbesondere von Assistenzärzten. In den Regionalstellen besteht eine enge Verbindung und Zusammenarbeit mit den Jugendsekretariaten.


Die Poliklinik, die beiden Stationen für Jugendliche sowie die beiden Tageskliniken sind auf einem Gelände integriert. Das Gebäude an der Neumünsterallee 3 enthält die Poliklinik, zwei Stationen für Jugendliche und die Tagesklinik für Jugendliche. Die Tagesklinik für Kinder befindet sich an der Billrothstrasse 15. Die ärztliche und administrative Direktion und die Forschungsabteilung sind an der Neumünsteralle 9 untergebracht.

Die fachliche Leitung unterliegt einer für alle Abteilungen zuständigen ärztlichen Direktion, welcher das gesamte medizinische und paramedizinische Personal unterstellt ist. Die ärztliche Direktion delegiert Leitungsfunktionen für einzelne Teilbereiche an leitende Ärzte und Oberärzte.

Auftrag

Der Arbeitsauftrag der Kinder- und Jugendpsychiatrie besteht in der Untersuchung, Früherkennung und Behandlung von Störungen des Verhaltens und Befindens bei Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren, je nach Entwicklungstand 20 Jahren. Im Einzelnen handelt es sich in Orientierung an der ICD-10 um folgende Klassen von psychischen Störungen:


Organische Störungen
Hierzu zählen vor allem die für die Kinder- und Jugendpsychiatrie besonders relevanten Hirn-funktionsstörungen und organischen Psychosyndrome.


Psychische Störungen durch psychotrope Substanzen
Diese Gruppe von Störungen betrifft den Drogenmissbrauch verschiedenster Substanzen.


Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
Hierbei handelt es sich um schwergradige Störungen, die am ehesten bei Jugendlichen und sehr viel seltener bei Kindern beobachtet werden.


Affektive Störungen
Dieser Gruppe sind in erster Linie Kinder und Jugendliche mit depressiven Störungen zuzurechnen.


Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
Zu dieser sehr breiten Klasse psychischer Störungen sind die Phobien, die Angststörungen, die Zwangsstörungen, die im Kindes- und Jugendalter sehr häufigen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen, die selteneren dissoziativen Störungen sowie die bei Kindern und Jugendlichen häufigen somatoformen (psychosomatischen) Störungen zu zählen.

Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
Aus dieser Gruppe von Störungen sind für das Kindes- und Jugendalter die Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa) sowie die nichtorganischen Schlafstörungen von vorrangiger Bedeutung.


Persönlichkeitsstörungen
Entwicklungsbedingt spielt die Zuschreibung der zu dieser Klasse gehörigen Diagnosen allenfalls erst im Jugendalter eine Rolle.


Intelligenzminderung
Hierzu zählen die unterschiedlichen Grade der geistigen Behinderung.

 
Entwicklungsstörungen
In dieser Gruppe werden die Störungen einzelner Entwicklungsfunktionen (Sprache, Motorik), die umschriebenen Störungen schulischer Fertigkeiten (Lese-Rechtschreibstörungen, Rechenstörung), sowie die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (insbesondere frühkindlicher Autismus) zusammengefasst.


Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Diese Klasse umfasst die häufigsten psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters, nämlich die hyperkinetischen Störungen (ADHS, ADS, HKS), die Störungen des Sozialverhaltens, die emotionalen Störungen, die Störungen sozialer Funktionen (insbesondere die Bindungsstörungen), die Ticstörungen sowie weitere altersspezifische Störungen wie Enuresis und Enkopresis.


Diese Vielzahl von Störungen, die teilweise auch in Kombination auftreten können (sog. Komorbidität), entstehen jeweils unter sehr unterschiedlichen Bedingungen (Veranlagung und erhöhter Vulnerabilität) und psychosozialen Kontexten. Hierzu zählen auch Faktoren des unmittelbaren Milieus, in dem die Kinder und Jugendlichen aufwachsen. So leisten Belastungsfaktoren innerhalb der Familie wie z.B. disharmonische Beziehungen oder Scheidung der Eltern, Beeinträchtigungen der elterlichen Erziehungsfähigkeit oder psychische Störungen der Eltern einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von psychischen Störungen beim Kind oder Jugendlichen. Andere Risikofaktoren hängen mit Einflüssen aus Schule, Gleichaltrigengruppe und näherer sozialer Umwelt sowie chronischer Krankheit und Behinderung der jeweils betroffenen Kinder und Jugendlichen zusammen. Schliesslich ist in besonderer Weise jeweils der Entwicklungsstand des Kindes oder Jugendlichen zu berücksichtigen, um psychische Störungen in diesem Alter angemessen zu verstehen und zu behandeln.


Neben den geschilderten Störungen und Krankheitsbildern gehören ein breites Spektrum von Erziehungsproblemen, Krisen der Entwicklung und Lebensbewältigung in Kindheit und Jugend zum Aufgabengebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Schliesslich zählen neben diesen Aktivitäten in der Grundversorgung eine Reihe spezieller Arbeitsgebiete, die für den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) sowie sein universitäres Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie (ZKJP) von besonderer Bedeutung sind. Diese spezielle Komplexität kinder- und jugendpsychiatrischer Störungen macht ein breites Spektrum von Behandlungsverfahren und Interventionstechniken erforderlich.

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Übersicht der Kliniken und Stationen
Fachstelle Forensik

Kontakt

Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst des Kantons Zürich
Neumünsterallee 9
8032 Zürich

 
Tel. 043 499 26 26
Fax 043 499 26 03 
info(at)kjpdzh.ch